Am Anfang war das Wort

Freitag, 6. Juni 2008

Endlich! Ein weiterer Blog. Wie schön, jetzt gibt es vermutlich an die 1 Million. Oder vielleicht auch noch mehr. Ich kann leider grad nicht mit beeindruckenden Statistiken aufwarten. Wie viele Blogs wohl in den letzten Sekunden dazu gekommen sind? Zwei? 9.978,32? Wer weiß das schon? Wahrscheinlich noch nicht mal das ach so kluge Internet selbst. Verwunderlich, sie sind doch alle Teil dessen, aber andererseits weiß man selbst ja auch nicht, wie viele Haare sich nun auf einem tummeln. Ok, zurück zum Thema. Es sollte ja um diesen kleinen Auswuchs unserer Informationsgesellschaft gehen. Dabei wäre erstmal eine einleitende Frage zu klären: Hat der Blog uns begonnen oder haben wir den Blog begonnen? Hat sich dieser ganze Prozess nicht schon längst verselbstständigt? Oder war der Blog im Anfang und wir kamen nur dazu, um untertänigst unsere geistigen Ausflüsse auf diesem heiligen Stückchen Internet zu hinterlassen?

Ich verwende übrigens dauernd so Wörter wie „Auswuchs“, „Ausflüsse“ und dergleichen, um das sprachliche Niveau einem aktuellen Bestseller anzupassen – Fotze. Das aber nur als Notiz am Rande.

So, nun sind auch schon die ersten und damit bekanntlich die schwersten Zeilen geschrieben, Zeit für eine kritische Analyse. Diese will ich dir, lieber Leser, nicht vorenthalten.
Was haben wir also? Offensichtlich keinen Anspruch auf Korrektheit. Damit meine ich jetzt nicht das Sprachniveau, Wörter wie die oben beschriebenen sind ja mittlerweile durchaus salonfähig. Ich meinte vielmehr meine Unfähigkeit, korrekte Zahlen zu der Zahl aufkeimender, sinnentleerter Blogs zu nennen. Im weiteren Verlauf dieses Projekts wird sich sicherlich noch an mehreren Stellen zeigen, dass wir zwar häufig den Anschein erwecken, Themen en total zu erfassen, eine objektive Prüfung allerdings nicht durchstünden.
Darin zeigt sich natürlich nur die Unfähigkeit des Menschen, die von ihm gestaltete Welt zu überblicken. Menschlich sind wir also mindestens in dieser einen Hinsicht.
Sehr gut! Daraus lässt sich nun schon ein erster Wunsch formulieren. Man möge uns menschliche Fehler nachsehen, auch wenn davon auszugehen ist, dass unsere Beiträge eine übermenschliche Qualität haben werden.
Weiter in der Analyse. Wir haben schon eine Frage aufgeworfen, die zwar oben noch eher scherzhaft gemeint war, im Kern aber sehr wichtig ist. Was ist das Internet eigentlich? Wo verlaufen seine Grenzen inzwischen? Wie weit ragt es aus dem Computer heraus, in unser Leben hinein? In einigen Bereichen hat es mit Sicherheit schon unsere Person infiltriert.
Dies gibt schon einen kleinen programmatischen Ausblick, wenigstens zum Teil wird es hier meine Gedanken zu derlei Fragen zu lesen geben. Eine andere wichtige Komponente liest du gerade – kritische Analysen. Dabei analysieren wir nicht nur unseren Blog, sondern werden unseren salzigen Finger auch gnadenlos ist die klaffenden Wunden der Heuchelei stechen. Nun ja, sieh dich einfach um, nimm dir etwas Zeit und äußere dich, wenn dir danach sein sollte.

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