Ich will nicht

Sonntag, 30. November 2008

MittelfingerNicht flexibler werden.
Nicht um Neun unter Neonröhren sitzen.
Nicht Win-Win-Situationen erzeugen.
Nicht über meinen Nutzen für die Gesellschaft nachdenken.
Nicht auf der Gewinnerseite der Globalisierung stehen.
Nicht auf Omega3-Fettsäuren setzen.

Nicht das Endspiel mit anderen Fans auf dem Public-Viewing-Platz feiern.
Nicht Schwarz-Rot-Geil sagen.
Nicht verstehen, dass Andere halt nicht so schnell sind.
Nicht auf einen Chai in der Coffeebar eingeladen werden.
Nicht meine persönliche Balance finden.
Nicht zu Allem eine Meinung haben.
Nicht das unbezahlte Praktikum machen um Praxiserfahrung zu sammeln.
Nicht dem Werteverfall die Stirn bieten.
Nicht „Ganz großes Tennis“ auf ironische Art sagen.
Nicht erzählen, wie es wirklich ausschaut.
Nicht einfach was extra für die Firma machen.
Nicht ausreden lassen, wenn es falsch ist.
Nicht Alles, was so im Radio läuft, ganz gut und Schallplatten zu teuer finden.
Nicht Angie zur Bundeskanzlerin sagen.
Nicht meine Lebensplanung der neuen Situation anpassen.
Nicht das Motorgeräusch der Harley männlich finden.
Nicht meine Rente zusätzlich zur staatlichen Säule mit einer privaten Vorsorge absichern.
Nicht Eisbärenjungtiere niedlich finden.
Nicht Polkappen schmelzen.
Nicht „Hamburg, meine Perle“ singen.
Nicht auf der Liege liegen und schön braun werden.
Nicht jede einzelne Sekunde genießen.
Nicht online voten.
Nicht bei O² jetzt 20€ sparen.
Nicht endlich mal einen Schlussstrich ziehen.
Nicht die Umstände beachten, unter denen das passiert ist.
Nicht SMSen.
Nicht mit dem Leben klarkommen.
Nicht mindestens 1,5 Liter am Tag trinken.
Nicht langsam mal ins Alter kommen, in dem man drüber nachdenken sollte, wie man eine Familie ernährt.
Nicht für eine bessere Welt spenden.
Nicht mit den Scheißdrogen aufhören und an die Gesundheit denken.
Nicht fragen, was man als Einzelner an der Gesamtsituation ändern kann.
Nicht das Risiko streuen und gezielt in Fonds investieren.
Nicht Social Networking betreiben.
Nicht Feedback geben.
Nicht einsehen, dass das zu Nichts führt.
Nicht Gott für Podolski danken.
Nicht auch mal an die Kinder denken.
Nicht tanzen bis wir umfallen.
Nicht den neuen Top-Movie mit Angelina Jolie sehen.
Nicht doch mal lächeln.
Nicht die leckere Bärlauch-Suppe probieren.
Nicht Goethe langweilig finden.
Nicht jetzt mal über meine Probleme reden.
Nicht froh sein, dass ich es besser habe.
Nicht uns als Gemeinschaft neu finden.
Nicht das Internet der Zukunft heute schon erleben.
Nicht über den Fachkräfte- und Kindermangel in Deutschland und deren Lösungsansätze nachdenken.
Nicht sagen, wie ich mich fühle.
Nicht Ego-Shooter Killerspiele nennen.
Nicht lachen, wenn jemand dumm ist.
Nicht einen neuen Look ausprobieren.
Nicht realistisch werden.
Nicht ehrliche Pop-Musik gut finden.
Nicht Shoppen gehen.
Nicht optimistisch in die Zukunft blicken.
Nicht die Notwendigkeit von Plastik zur Versorgung breiter Bevölkerungsschichten erkennen.
Nicht trotz Allem die Entertainer-Qualitäten von Stefan Raab beachten.
Nicht Deutschrap für intolerant halten.
Nicht anerkennen, dass die Autoindustrie nun mal viele Arbeitsplätze sichert.
Nicht Chancen statt immer nur Risiken sehen.
Nicht schön Caipirinha trinken.
Nicht mitreden können.
Nicht nett sein.
Nicht abfinden.
Nicht rebellieren.
Nicht wollen müssen.
Nicht müssen.
Nichts.

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4 Antworten zu “Ich will nicht”

  1. 0/ Sagt:

    Nicht Blogs schreiben

  2. rushed Sagt:

    … müssen.

    .

    .

    .

    .

    Spast.

  3. Peta Sagt:

    Vollste Zustimmung bei den meisten Punkten!

  4. Julien Sagt:

    netter Beitrag :)


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